Johnny de Brest's "Vladracul", Johnny de Brest "Vernissage, Adidas".
 
Berlin, 2001
Johnny de Brest's "Vladracul" (1991 - 1996)

JOHNNY DE BREST AND "VLADRACUL"
by Katrin Bettina Müller

"Horror needs yesterday's tattered stage scenery. It's half beings and non-dead nest
in the remains of the past whose unsolved problems are ignored by progress. The
genre's
ornamentation includes ruins, deserted buildings, castles and palaces. The
trail leading to it is nerve-straining: it's perception gets it's first cracks;
reality loses
density an the ability to distinguish past from present, lived from
non-lived suffers it's
first fractures.

It's a trip lke this that Johnny de Brest's sends us on in the sequence of black and
white pictures from a car journey. The non descript nature of the journey is discon-
certing. We hardly know with whom we are sitting in the car. Blurred characters on
a bridge; the shadow of a car outlines itself on the road surface, facades of old
buildings slip by with tower blocks that have been left placed between trees, the eye
cannot catch much more than that. This is not town or nor country; the exterior blurgs
itself increasingly in haziness, mist, fog. The travelling
compartment becomes a
claustrophobic room, the view is restricted, visibility
is hindered by steamed-up win-
dows... then a sign becomes legible with a place
name, Oswiecim, Auschwitz.

These photographs are from the 4th chapter of a photo story for which Johnny de
Brest took ca. 15.000 photographs. In the early Nineties... when the racist attacks on
foreigners in Hoyerswerda happened... the young photographer began to review the
legend of Woiwod Vlad, the notorius tyrant of the 15th century. In Bram Stoker's
"Dracula" he was made into a vampire who continued the tyranny
of the aristocracy
and subsequently suffered the punishment in never being able to die. In the film
"Nosferatu", made by Friedrich-Wilhelm-Murnau in 1922, the vampire left a path of
disease (the Plague), crime and unrest behind him, the
expression of existential fear,
of "Angst", on the treshold of political and social upheavals and economic uncertainity
in the 1920's.

For Johnny de Brest the vampire has risen again and has become the master of the
National Socialists' extermination camps. In Chapter V he leads Jonathan
Harker
through Auschwitz. Later on he sets off for Berlin and hangs around the city's court-
yards, their facades riddled with bullet holes and thus holding on
the post-war-era. He
frequents "state-ideological architecture", those burdens of
history from the National
Socialists and East Germany that upset the present-day image of the Federal Re-
public.

Johnny de Brest began taking photographs of parties, of wayside scenes on journeys
to concerts and even declining poses of popstars in photo-booths.
In "Vladracul" this
scene forms the hedonistic background for the tyrant's excesses.

...the mass murder of the Holocaust that was no longer ago than a human life is
long,
imposes itself
in "Vladracul"... as a dark ground into the cult stylisations of Punk...

Is this cynicism? Or is Johnny de Brest indeed touching the insight that no horror
could ever be devised that has not been surpassed by reality and that is not been
surpassed by it.

The restrainend black and white photographic productions in the pictures of the jour-
ney from Krakow to Oswiecim only form one part of de Brest's spectrum of expres-
sion... In other "Vladracul"-Chapters the colouring is shrill: The processing of colour
photographs, the surpassing of red-green contrasts emphasises the artificialness.
The figures take on stylised gestures language of silent films. Pictures of Otto Dix
and icons of pop and film history from Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Elizabeth
Taylor, Romy Schneider, Madonna to Courtney Love serve as models for the costume
designs. Nosferatu is not the only undead here.. in the mixture of Punk and Expres-
sionism de Brest's series of pictures challenges
the linearity of time and development
in history... it does not go anywhere... the terror... that was to be regarded as being
in the past strikes back..."

JOHNNY DE BREST UND "VLADRACUL"
von Katrin Bettina Müller


"Der Horror braucht die abgelebten Kulissen des Gestern. Seine Halbwesen und Un-
toten nisten in den Resten einer Vergangenheit, deren Probleme ungelöst vom Fort-
schritt übergangen wurden. Zur Ornamentik des Genre gehören Ruinen, verlassene
Häuser, Burgen und Schlösser. Der Weg dorthin spannt die Nerven an: Die Wahr-
nehmung erhält erste Risse, die Realität verliert an Dichte und die Fähigkeit der Un-
terscheidung zwischen Vergangenheit und Gegenwärtigem, Belebtem und Unbeleb-
tem erleidet erste Brüche.

Auf einen solchen Trip schickt uns Johnny de Brest in seiner schwarzweißen Bilder-
folge einer Autofahrt. Beunruhigend ist das Ungefähre der Reise. Man weiß kaum,
mit wem man im Auto sitzt. Verwischte Gestalten auf einer Brücke, der Schatten
des Wagens zeichnet sich auf dem Asphalt ab, Altstadtfassaden rutschen vorbei
und Hochhäuser, die irgendwo zwischen Bäumen abgestellt sind, vielmehr erfasst
das Auge nicht. Dies ist nicht Stadt und nicht Land, das Außen verunklart sich zu-
nehmend in Unschärfen, Feuchtigkeit, Nebel. Die Fahrkabine wird zum klaustropho-
bischen Raum, das Blickfeld beengt, die Sicht durch beschlagene Scheiben behin-
dert. Details vom Armaturenbrett und Fensterrahmen drängen sich dem Blick auf, als
hätten sie zu bedeuten, man weiß nicht was. Dann wird ein Ortsschild lesbar, Oswie-
cim. Auschwitz. Wir sind gerade von Krakau in das ehemalige Konzentrationslager
gefahren.

Die Bildfolge gehört zum IV. Kapitel eines Foto-Romans, für den Johnny de Brest
15.000 Bilder vorrätig hat. Anfang der 90er Jahre, als die ausländerfeindlichen Angriffe
von Hoyerswerda Johnny de Brest's Aufmerksamkeit auf sich zogen, begann der junge
Fotograf die alte Geschichte des Vojevoden Vlad, ein berüchtigter Tyrann des 15.
Jahrhunderts, neu zu bearbeiten. In Bram Stoker's Roman "Dracula" von 1897 wurde
er zum Vampir, der als Blutsauger die Tyrannei des Adels fortsetzt und zugleich im
Nicht-Sterben-Können die Strafe dafür erfährt. In dem Film "Nosferatu", 1922 von
Friedrich-Wilhelm Murnau gedreht, zog der Vampir eine Spur von Krankheit (die Pest),
Verbrechen und Unruhen hinter sich her, die einer tiefen Existenzangst an der Schwel-le großer politischer und sozialer Umbrüche und ökonomischer Unsicherheit in den
zwanziger Jahren Ausdruck gaben.

Für Johnny de Brest hat sich der Vampir noch einmal erhoben und ist zum Herrn über
die Vernichtungslager der Nationalsozialisten geworden. Im Kapitel V führt er Jona-
than Harker durch Auschwitz / Birkenau, später bricht er auf nach Berlin und treibt
sich dort in Hinterhöfen herum, deren zerschossene Fassaden noch die Nachkriegs-
zeit festhalten, und in den staatstragenden Architekturen, die als Altlasten der Natio-
nalsozialisten und der DDR im Selbstbildnis der Bundesrepublik von heute stören.

Das sind nicht nur die Kulissen von "Vladracul", das sind oft auch die bevorzugten
Orte einer Techno-, Trash und Clubszene, die Johnny de Brest's "Heimat" bildet. Er
begann auf Partys zu fotografieren, las Szenen am Wegrand auf den Fahrten zu Kon-
zerten und deklinierte Posen der Popstars durch in Foto-Fix-Automaten. In "Vladra-
cul" bildet diese Szene den hedonistischen Hintergrund für die sadistischen Aus-
schweifungen des Tyrannen. Die Erinnerung an den Massenmord des Holocaust...
schiebt sich als dunkle Grundierung in die kultigen Stilisierungen von Punk, Pop und
Trash.

Ist das Zynismus? Oder berührt Johnny de Brest nicht vielmehr die Erkenntnis, dass
kein Horror mehr erdacht werden kann, der nicht von der Realität übertroffen wurde und
wird?

Die schwarzweißen und zurückhaltenden fotografischen Inszenierungen in den Bil-
dern der Fahrt von Krakau nach Oswiecim bilden nur einen Teil von de Brest's Aus
-drucksspektrum. Ein mutloses Grau, milchiges Weiß, müde Schatten wiegen vor
und stimmen ein auf den Verlust von Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit .
In anderen Kapiteln ist die Farbgebung schrill: Die Bearbeitung der Farbfotos, Über-
steigerung der rotgrünen Kontraste, betont das Artifizielle. Die Figuren nehmen die
stilisierte Gesten-Sprache des Stummfilms auf. Für die Kostümentwürfe waren Bil-
der von Otto Dix und Ikonen der Pop- und Filmgeschichte wie Marlene Dietrich,
Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor, Romy Schneider, Madonna und Courtney Love
Vorbild. Nosferatu ist hier als Wiedergänger nicht allein. In der Mischung von Punk
und Expressionismus bestreitet de Brest's Bilderfolge die Linearität der Zeit und eine
Entwicklung der Geschichte. Sie kommt nicht vom Fleck. Der Schrecken, den man
schon zur Vergangenheit legen wollte, kehrt zurück.

Johnny de Brest hat mehrere Jahre an "Vladracul" gearbeitet. Drehorte wurden re-
cherchiert, das Drehbuch entwickelt, Kostüme entworfen. Das Material für Vergrös-
serungen wählt Johnny de Brest je nach Kontext des Ausstellungsortes aus. Inso-
fern gibt es bisher auch keine endgültige Fassung. Was weiterhin geschieht, wird die
Auswahl beeinflussen. Das hat der Fotoroman "Vladracul" jedem Film voraus. Der
"Director's Cut" entsteht jesdes Mal neu.

Art and Politics
"Vladracul"
Horror/Genre
Punk/Expressionism
 
Berlin - New York, September 1 - 11, 2001

2001

"Vladracul" / "War - Fashion - Fake" / "Fahrenheit 451" / Suicide / Dream "4" / Ursula
Karven Daniel 4 / Jean Seberg / Peter von Becker / "Der Tagesspiegel" / Scientology / Goethe-Institut Los Angeels / Hannelore Kohl / Madonna Berlin Hotel 4 Jahrezeiten /
Phoinissa / Liz Taylor + Michael Jackson / Berlin September 1, 2001: Caix Motamo''s
Performance "Attentata" / Ev / Dante's "Devine Comedy" / "9/11"/ 4 hijacked Planes /
Braham Stoker / Karlheinz Stockhausen / Sheep / Olaf Breuning / Gerd Harry Lybke /
GDR (DDR) / Marion Hunger / Heike Niemeier / Axel Springer Verlag / Gay Community
/ David Bowie / Beck / Stevie Wonder / Jonie Mitchell / "Vanity Fair" / Russel Crowe /
Mel Gibson / Peter Herbstreuth / "Der Tagesspiegel" / "The Face": "How was it for
Ev?" / Afghanistan / Attack Photo Booth Johnny de Brest / Gruner + Jahr / "Gala" /
Frauke Ludowig / George Clooney

"Vladracul"
"Fahrenheit 451"
"9/11"
David Bowie  
Berlin - New York, September - December , 2001

"FAHRENHEIT 451" "9/11"
"VLADRACUL"
"THE FOTO-FIX-WORLD OF JOHNNY DE BREST"


Mediafake "9/11 / Sabotage on Johnny de Brest (Peter Herbstreuth, "Tagesspiegel")
and
in the same Month, during the Making of a Foto-Fix, a Man brutally attacked
Johnny de Brest in a Berlin Photo Booth
.The Situation became dangerous because
Johnny de Brest used Glass for this Production.

"9/11"
"Foto-Fix-World"
Johnny de Brest
 
Bombay, India, 2001
Mail from Bombay / Mumbai, India: Phoinissa's Paintings, Telegrams, Polaroids,
E-Mails, Photos, Aerograms, Foto-Fixe.

"Johnny de Brest is one of the best and most interesting artist around", Phoinissa

Art
Phoinissa
Bombay
India  
Berlin - Bombay, India, 2001

E-MAIL-ART
by Phoinissa and Johnny de Brest

Around 100 Mails a Day, from Bombay to Berlin, from Berlin to Bombay,
inspiring and exciting

Internet
Phoinissa
E-Mails
 
Berlin - Los Angeles, Summer 2001
"VLADRACUL"
"THE FOTO-FIX-WORLD OF JOHNNY DE BREST"

"WAR-FASHION-FAKE"

A Sample of Johnny de Brest's Work arrives at the Goethe-Institut Inter Nationes
Los Angeles
"Vladracul"
"Foto-Fix-World"
Goethe-Institut
Los Angeles
 
Berlin, January 2001

The Dreams of Johnny de Brest


Number 4 is the Devil

Dreams
Diary
Internet